Immobilienpreise Europa 2024/25 – Vergleich aller Länder
Aktualisiert: 2026-07-11
Immobilienpreise in Europa 2024/25 – der große Ländervergleich
Der europäische Immobilienmarkt ist kein einheitlicher Markt. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Land liegt beim Quadratmeterpreis für Wohneigentum ungefähr der Faktor 10. Ebenso stark unterscheiden sich Datenqualität und Messmethoden. Dieser Artikel stellt die aktuellen Preisniveaus für 27 europäische Länder gegenüber und erklärt, wie die Zahlen zustande kommen – und warum ein naiver Vergleich in die Irre führt.
Quadratmeterpreise im Ländervergleich (Wohnimmobilien)
Die folgende Tabelle zeigt für jedes Land den typischen Regionalwert (Median über alle erfassten Regionen) sowie die Spanne von der günstigsten bis zur teuersten Region. Der typische Wert liegt bewusst unter den Großstadtpreisen: Er beschreibt eine mittlere Region, nicht die Hauptstadt. Die Hauptstadt- und Ballungsraumpreise stecken jeweils im oberen Ende der Spanne.
| Land | Typisch (€/m²) | Spanne günstigste–teuerste Region | Datengrundlage |
|---|---|---|---|
| 🇱🇺 Luxemburg | 7.770 | landesweit | STATEC |
| 🇳🇱 Niederlande | 3.430 | 2.150–5.570 | CBS |
| 🇳🇴 Norwegen* | 3.300 | 2.390–8.370 | SSB |
| 🇲🇹 Malta | 3.100 | landesweit | NSO |
| 🇧🇪 Belgien | 2.700 | 1.700–3.800 | Statbel |
| 🇦🇹 Österreich | 2.680 | 1.700–5.380 | Statistik Austria |
| 🇮🇪 Irland | 2.600 | 1.940–4.710 | CSO |
| 🇨🇾 Zypern | 2.500 | landesweit | Statistik-Amt |
| 🇩🇪 Deutschland | 2.500 | 1.150–5.300 | Gutachterausschüsse |
| 🇭🇷 Kroatien | 2.430 | 1.450–3.050 | DZS |
| 🇸🇮 Slowenien | 2.210 | 1.530–4.200 | GURS |
| 🇫🇷 Frankreich | 2.170 | 1.030–9.540 | DVF (Etalab) |
| 🇨🇿 Tschechien | 2.130 | 1.440–4.640 | ČSÚ |
| 🇩🇰 Dänemark | 2.060 | 1.200–5.700 | Danmarks Statistik |
| 🇪🇪 Estland | 2.060 | landesweit | Maa-amet |
| 🇵🇱 Polen | 1.990 | 1.700–3.520 | NBP |
| 🇱🇹 Litauen | 1.950 | 1.500–2.400 | Registrų centras |
| 🇸🇪 Schweden | 1.750 | 970–4.260 | SCB |
| 🇪🇸 Spanien | 1.560 | 790–3.900 | MITMA/INE |
| 🇫🇮 Finnland | 1.550 | 1.110–3.740 | Tilastokeskus |
| 🇸🇰 Slowakei | 1.500 | 1.100–3.300 | NBS |
| 🇵🇹 Portugal | 1.390 | 690–3.440 | INE |
| 🇭🇺 Ungarn | 1.220 | 750–2.980 | KSH |
| 🇬🇷 Griechenland | 1.100 | 1.000–2.400 | ELSTAT |
| 🇧🇬 Bulgarien | 1.030 | 630–1.500 | NSI |
| 🇮🇹 Italien | 1.020 | 420–3.900 | OMI (Agenzia Entrate) |
| 🇷🇴 Rumänien | 1.000 | 800–1.600 | INS |
| 🇱🇻 Lettland | 780 | 650–1.650 | VZD |
<small>Stand 2024/25. „Typisch" = Median der Regionalmediane (NUTS-2/3), gerundet. *Norwegen ist EWR-, kein EU-Mitglied, wird auf Groundcheck aber mitgeführt. Nicht-Euro-Länder in EUR umgerechnet (Tageskurs).</small>
Die drei Preisklassen Europas
Aus den Zahlen lassen sich grob drei Gruppen ablesen:
- Hochpreisländer (> 2.500 €/m²): Luxemburg ist mit Abstand am teuersten, gefolgt von den Niederlanden, Malta, Belgien, Österreich, Irland und Deutschland. Kleine, dicht besiedelte oder wohlhabende Länder mit knappem Bauland.
- Mittelfeld (1.500–2.500 €/m²): der größte Block – Frankreich, Tschechien, Dänemark, Estland, Polen, die baltischen Staaten, Schweden, Spanien und Finnland. Hier entscheidet stark die Region.
- Günstige Märkte (< 1.500 €/m²): Süd- und Südosteuropa – Portugal, Ungarn, Griechenland, Bulgarien, Italien (im Schnitt!), Rumänien und Lettland.
Dass Italien trotz Städten wie Mailand oder Rom im Mittel so günstig ist, liegt am extremen Nord-Süd-Gefälle: Viele Regionen in Süditalien und auf dem Land liegen unter 500 €/m², was den Landesmedian nach unten zieht. Details im Italien-Artikel.
Warum die Spanne wichtiger ist als der Mittelwert
Ein einzelner Landeswert verdeckt die eigentliche Geschichte. Frankreich hat einen typischen Wert von rund 2.170 €/m² – aber die teuerste Region (Paris) erreicht über 9.500 €/m², während ländliche Départements unter 1.100 €/m² liegen. Das ist eine Spreizung von fast Faktor 9 innerhalb eines Landes. Ähnlich in Deutschland (München/Oberbayern gegen ländliches Sachsen-Anhalt) und Dänemark (Kopenhagen gegen Jütland).
Faustregel: Für eine Kaufentscheidung ist der regionale oder – noch besser – gemeindegenaue Wert relevant, nicht der Landesdurchschnitt. Genau dafür gibt es Groundcheck.
Warum ein direkter Vergleich schwierig ist
Jedes Land erhebt Immobilienwerte nach eigenen Regeln:
- Bezugsfläche: Deutschland arbeitet beim Bodenrichtwert mit der Grundstücksfläche, Frankreich (DVF) und die meisten anderen mit der Wohnfläche. Ein „€/m²" ist also nicht überall dasselbe – siehe Quadratmeterpreis verstehen.
- Datengrundlage: amtliche Kaufpreissammlungen und Transaktionsregister (DE, FR) vs. Katasterwerte (IT, ES) vs. Angebots- oder Indexdaten (viele Länder).
- Aktualität: manche Register laufen quasi in Echtzeit (DVF), andere hinken 1–2 Jahre hinterher.
- Währung: außerhalb der Eurozone (PL, CZ, HU, SE, DK, RO, BG, NO) kommt der Wechselkurs hinzu; wir rechnen alles in EUR um, der Kurs schwankt aber.
Ausführlich erklärt im Artikel Grundstückspreise in Europa vergleichen.
Welche Länder haben die besten offenen Daten?
Nicht alle Länder stellen Transaktionsdaten frei zur Verfügung. Die Datenqualität auf Groundcheck ist deshalb dreistufig gekennzeichnet:
Amtlich, grundstücksgenau: - Deutschland – BORIS (Bodenrichtwerte, Zonenpolygone) - Frankreich – DVF, ein offenes Transaktionsregister mit über 4 Millionen erfassten Verkäufen
Marktdaten, regional aggregiert: - Niederlande, Belgien, Österreich, Irland, Dänemark, Schweden, Polen u. a. – amtliche Statistiken auf Regions- oder Gemeindeebene
Nur Katasterwert (kein echter Transaktionspreis): - Polen, Italien, Kroatien, Lettland u. a. – Werte liegen teils deutlich unter dem Marktpreis
Ein Datenqualitäts-Badge zeigt bei jeder Abfrage an, in welche Kategorie der angezeigte Wert fällt.
Wie finde ich den Preis für einen konkreten Ort?
Auf Groundcheck gibst du eine Adresse in einem von 27 Ländern ein oder klickst direkt auf die Karte. Du erhältst den Boden- bzw. Immobilienwert für genau diesen Standort samt Datenquelle, Werttyp und – wo verfügbar – Preisspanne und Trend. Für Frankreich und Deutschland gibt es zusätzlich gemeindegenaue Detailseiten.
Häufige Fragen
In welchem EU-Land sind Immobilien am günstigsten?
Gemessen am typischen Regionalmedian ist Lettland das günstigste EU-Land (rund 780 €/m²), gefolgt von Rumänien, Italien (im Landesmittel), Bulgarien und Griechenland. Innerhalb dieser Länder gibt es aber teure Ausnahmen wie Riga, Bukarest oder Athen.
Und wo ist Wohneigentum am teuersten?
Luxemburg führt mit großem Abstand (rund 7.770 €/m² landesweit), vor den Niederlanden und – bei den EWR-Staaten – Norwegen. In einzelnen Top-Lagen (Paris, München, Oslo, Amsterdam) werden aber auch 8.000–14.000 €/m² erreicht.
Sind das Kauf- oder Angebotspreise?
Überwiegend realisierte Kauf- bzw. Median-Verkaufspreise aus amtlichen Quellen. Wo nur Angebots- oder Katasterdaten verfügbar sind, ist das im Datenqualitäts-Badge und in der Methodik gekennzeichnet.
Weiterführende Artikel
- Immobilienpreise Frankreich 2024 – offene DVF-Transaktionsdaten
- Immobilienpreise Spanien 2024 – Küste vs. Inland
- Immobilienpreise Italien 2024 – das Nord-Süd-Gefälle
- Immobilienpreise Niederlande – zweitteuerster Markt der EU
- Bodenrichtwert in Deutschland – amtliche BORIS-Daten erklärt